Die Kennzahlen von Website und Blog – Serie Teil 2

Woran kannst du als Selbständige festmachen, ob deine Website erfolgreich ist oder nicht? In diesem Artikel stelle ich dir spezielle Kennzahlen einer Website und von Blogs vor. Damit setze ich die Artikel-Reihe zu Marketing-Kennzahlen fort. 

In Teil 1 der Artikelserie “Fühlst du noch oder analysierst du schon?” geht es um die Kennzahlen im Marketing allgemein und warum es sinnvoll ist, auch auf Zahlen zu schauen und Marketing nicht nur intuitiv zu betreiben.

Woran erkenne ich, ob meine Website erfolgreich ist?

Das ist ein bisschen abhängig davon, was mit der Website erreicht werden soll. Und dafür gibt es unterschiedliche Antworten. Wenn du deine Website als Selbständige betreibst, willst du darüber vermutlich vor allem Kundenanfragen generieren. Ebenso kann man mit einer Website Reichweite und Vertrauen aufbauen. Auch ohne dafür direkt ein Analysetool betreiben zu müssen, sind hier bereits mögliche und sehr eindeutige Indikatoren, die zeigen, ob dein Ziel erreicht wurde:

Anfragen über ein Kontaktformular

Wenn eine E-Mail in deinem Postfach landet, die über ein Kontaktformular deiner Website abgeschickt wurde, ist das ein klarer Erfolg deiner Website. Wie viele dieser Anfragen generiert deine Website im Monat?

Anmeldungen zum Newsletter

Wenn du einen Newsletter anbietest, dann sollte die Anmeldung zum Newsletter über deine Website möglich sein. Und das möglichst einfach und direkt erreichbar. Richte das Formular dafür so ein, dass erkennbar wird, ob die Anmeldung direkt über deine Website erfolgt ist. So kannst du den Erfolg aus deinem Newsletter-Programm heraus nachhalten.

Herunterladen eines Leadmagneten

Auch das Herunterladen eines Leadmagneten wird in der Regel über ein Formular auf deiner Website abgewickelt. Stelle auch hier sicher, dass du erkennen kannst, über welches Formular der Downoad kam. Da der Leadmagnet in der Regel auch außerhalb deiner Website beworben wird, ist der genaue Weg von der Aufmerksamkeit bis zum Download aber nur über weitere Analysemethoden nachvollziehbar.

Buchung eines Termins

Ähnlich wie die Anfrage über das Kontaktformular ist auch ein Kalendereintrag über dein Buchungstool auf der Website ein direkt messbarer Erfolg deiner Website.

Kauf eines Produktes

Verkäufe direkt über deine Website oder eine Landingpage lassen sich auch wunderbar als Erfolg nachhalten.

Du hast noch keine Website oder hast das Gefühl, du nutzt das Potential deiner Website noch nicht wirklich? Dann lass uns im Sichtbarkeits-Check-up gemeinsam einen Blick auf deine Website werfen:

Flyer für den Sichtbarkeits-Check-up

Sichtbarkeits-­Check-up

Mach den Check-up für mehr Sichtbarkeit sowie ein Marketing, das sich nach dir anfühlt und zeitlich machbar ist.

Kennzahlen der Website Analyse

Neben diesen ganz offensichtlichen Zahlen gibt es weitere, für die spezielle Analysetools benötigt werden. 

(Unique) Besucher

Wie viele Besucher finden deine Website? Manche Tools geben nur eine Gesamtzahl an, andere können das noch in Unique User unterscheiden und damit die Besucherzahl nach unten korrigieren. 

Wiederkehrende Besucher

Kommen Nutzer nur einmal oder sogar mehrmals auf deine Website, z.B. um in deinem Blog zu lesen? Auch das lässt sich mit manchen Analyse-Tool abbilden. Allerdings nur mit entsprechender Einwilligung und einer transparenten Aufklärung deiner Nutzer.

Seitenbesuche

Wie viele Seiten wurden insgesamt aufgerufen? Es ist natürlich wünschenswert, dass die Besucher nicht nur auf der Startseite verweilen, sondern ihren Weg auch auf weitere Unterseiten und Blogartikel finden. 

Einstiegs-/Ausstiegsseiten

Über welche Seiten kommen die Besucher auf deine Website? Starten sie alle auf der Startseite oder kommen sie auch über Blogartikel? Und wo verlassen sie deine Website wieder? Bleiben sie nur auf der Startseite oder finden sie noch auf Unterseiten?

Referrers

Wie haben die Menschen auf deine Website gefunden? Wurde direkt auf die Website zugegriffen? Oder kamen sie über Google oder andere Suchmaschinen? Über Websites, die auf deine Inhalte verlinken? Von deinen Social Media Kanälen? Über Links aus deinem Newsletter? Mit den Referrers kannst du diese Wege nachhalten. 

Verweildauer

Wie lange bleiben die Menschen durchschnittlich auf deiner Website? Sind es wenige Sekunden? Oder mehrere Minuten? Je länger sie bleiben, umso besser. 

Downloads

Wenn du frei zugängliche Downloads anbietest, z.B. PDF-Dateien, wie oft wurden sie heruntergeladen?

Mediennutzung

Hast du Videos auf deiner Website eingebunden? Wurden sie angesehen? Wie lange? 

Abbruchraten

Wenn du Bestellformulare auf der Website eingebunden hast, dann lohnt sich hier der genaue Blick, wie oft die Bestellseite aufgerufen und im Verhältnis dazu auch wirklich das Formular abgeschickt wurde. Falls hier ein großes Missverhältnis herrscht, lohnt sich eine Überarbeitung des Bestellvorgangs. 

Womit soll ich meine Website analysieren?

Um die oben genannten Kennzahlen über deine Website erheben zu können, brauchst du ein Analyse- oder Tracking-Tool. Der Markt bietet dafür viele Lösungen. Hier stelle ich dir gängige Möglichkeiten vor.

Google Analytics

Der Klassiker und wohl den meisten bekannt, die eine Website haben und sich mit Website-Analyse beschäftigen, ist Google Analytics. Bis heute ist es weltweit die Nummer eins unter den Analyse-Tools, weil es kostenfrei und sehr umfangreich ist. 

Mit dem Ausrollen der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) im Jahr 2018 und weiteren Turbulenzen auf rechtlicher Ebene, hat das Tool allerdings immer wieder von sich reden gemacht. Meist negativ wegen fehlender Datenschutzkonformität. Mittlerweile wurde hier aber nachgebessert und mit den entsprechenden Einstellungen, dem Abschluss eines Vertrags zur Auftragsverarbeitung und einer Einwilligungsabfrage über einen Cookie-Banner kann das Tool datenschutzkonform betrieben werden. Da viele Websitebesucher die Einwilligung aber nicht erteilen, erhält man auch deutlich weniger Zahlen. 

Mit Google Analytics lassen sich viele Zahlen abbilden und Kampagnen tracken. Allerdings ist das Tool sehr komplex und benötigt eine gewisse Einarbeitungs- und Einrichtungszeit. Es ist mit weiteren Tools von Google kompatibel und daher immer noch breit im Einsatz. 

Matomo

Das Open-Source-Tool Matomo (ehemals Piwik) ist spätestens seit 2018 die datenschutzkonforme Alternative zu Google Analytics. Das Tool lässt sich direkt auf dem eigenen Server betreiben. Auch kann es ohne Cookies betrieben werden. 

Immer wieder wurde dem Tool zur Last gelegt, dass es die Website-Performance verlangsamt. Mit einer sauberen Konfiguration ist das aber kein Problem. Wer technisch nicht so versiert ist, kann Matomo alternativ über diverse Anbieter auch als Managed Hosting auf seiner Website einbinden, dann natürlich gegen Bezahlung. Es bietet eine ähnlich umfangreiche Statistik wie Google Analytics an. 

Webalizer und Logfiles-Statistik

Eine einfache, aber nur bedingt aussagekräftige Statistik für den ersten Überblick bieten die Statistiktools der Hosting-Dienste. Bei jedem Websitebesuch werden automatisch von den Servern die sogenannten Logfiles erhoben. Diese Maßnahme dient den Serverbetreibern als Schutz gegen Missbrauch. Die Daten werden automatisch meist nach einer Woche wieder gelöscht. Sie umfassen Zahlen zu Besuchen, Zugriffszeiten, Seitenaufrufe, Einstiegs- und Ausstiegsseiten, Datei-Downloads, Referrers, Herkunftsland, verwendete Browser und die IP-Adresse. 

Hosting-Dienste bieten in der Regel die Möglichkeit, diese automatisch erhobenen Daten auch zu statistischen Zwecken aufzubereiten. Um diesen Dienst datenschutzkonform nutzen zu können, muss die IP-Adresse dafür anonymisiert werden. Ebenso dürfen diese Daten nicht mit anderen Daten zusammengeführt werden, die einen Rückschluss auf einzelne Personen zulassen würden. 

Die Aussagekraft der Logfiles ist nicht sehr genau, weil automatisierte Anfragen durch Bots und Suchmaschinen nicht rausgefiltert werden. Nicht hinter jedem Seitenaufruf steckt ein Mensch. Für einen ersten Überblick sind sie trotzdem brauchbar und leicht einzurichten. 

WordPress-Plugins wie Koko Analytics

Wer seine Website über WordPress betreibt, kann Analyse auch über Plugins umsetzen. Ein sehr schlankes Plugin ist Koko Analytics. Es verarbeitet die Daten nur auf dem eigenen Server, erhebt keine personenbezogenen Daten und verzichtet auf Cookies. Dafür liefert es sehr übersichtlich Infos über Besucherzahlen, aufgerufene Seiten und die Referrers. Das hilft zu verstehen, welche Artikel gelesen werden und woher die Leserschaft auf die Website findet. 

Analysetools von Baukasten-Websites wie Jimdo und WIX

Bei Website-Baukastensystemen, wie WIX oder Jimdo sie anbieten, ist in der Regel auch ein Analyse-Tool mit an Bord. Wie gut diese Tools sind, kann ich nicht beurteilen, da ich noch nicht damit gearbeitet habe. Mit den oben aufgeführten Kennzahlen kannst du das leicht selbst herausfinden, falls du eine solche Website nutzt. 

Einwilligung einholen

Für die meisten Analyse-Tools benötigt  man eine Einwilligung der Website-Besucher, um sie datenschutzkonform nutzen zu können. Insbesondere wenn Cookies zum Einsatz kommen. Die Cookies dürfen erst gesetzt werden, wenn der Nutzer der Analyse zugestimmt hat. In der Regel wird dafür ein Cookie-Banner auf der Website eingebunden, über den die Einwilligungen gemanagt und die Cookies entsprechend ausgespielt werden oder auch deaktiviert bleiben.

Google Search Console

Als weiteres Tool zur Website-Analyse empfehle ich die Google Search Console. Dort wird die eigene Website als sogenannte Property angelegt und mittels eines Verifizierungsvorgangs die Inhaberschaft der Domain bestätigt. Ist die Verifizierung erfolgt, erlaubt dir Google Einsicht in die Daten, die das Unternehmen im Zusammenhang mit deiner Website regelmäßig sammelt. 

Das bequeme daran: diesen Dienst kannst du einfach nutzen und musst dir dafür keine gesonderte Einwilligung deiner Websitebesucher holen. Die Daten stammen von Google und werden dir nur anonymisiert zur Verfügung gestellt, es lassen sich also keine Profile damit erstellen. Stattdessen erhältst du Einblicke, wie gut deine Website in der Google-Suche abschneidet. 

Dazu gehören:

  • Impressionen: Wie oft wurden deine Seiten in den Google-Suchergebnissen angezeigt
  • Klicks: Wie oft wurden die angezeigten Seiten auch angeklickt.
  • Click-Through-Rate (CTR): Wie ist das Verhältnis zwischen Impressionen und Klicks? Diesen Wert beschreibt die Click-Through-Rate. Je höher der Wert, umso besser.
  • Durchschnittliche Positionierung: Auf welchem Platz in den Google-Ergebnissen werden deine Seiten im Durchschnitt ausgespielt. Ein Wert unter zehn sollte es sein, sonst sind deine Impressionen nichts wert, weil unsichtbar. 

Ebenso gewährt dir Google in der Search Console Einblicke in die Suchbegriffe, zu denen deine Seiten ausgespielt werden. Das gibt dir die Möglichkeit gezielt nachzuoptimieren. 

Website optimieren

Schaue dir die Kennzahlen deiner Website regelmäßig an, damit du erkennen kannst, wie sie sich im Laufe der Zeit verändern. Entwickeln sich die Zahlen positiv? Prima, dann hast du schon viel richtig gemacht. Stagnieren sie oder entwickeln sich nach unten? Dann heißt es optimieren. Manchmal reichen schon kleine Stellschrauben, um im Ranking besser abzuschneiden.

Wenn du dir meinen professionellen Blick auf deine Website wünschst, dann melde dich.

Dieser Artikel ist Teil einer Serie über Marketing-Kennzahlen. Hier ist Teil 1 der Serie zu finden.

Über die Autorin

Dorothee Dickmann, Online-Redakteurin B.A. seit 2009, war freiberuflich für Online-Medien und eine Internetagentur tätig sowie viele Jahre angestellt in der Online­-­Unternehmens­­kommunikation im Mittelstand. Heute unterstützt sie als Mentorin für Sichtbarkeit und Content Marketing Selbständige und Freiberufler dabei, Klarheit über ihre Kanäle, Inhalte und Positionierung zu gewinnen und Content Marketing strukturiert umzusetzen.

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