Wie erstelle ich einen Leadmagneten (Freebie)?

Ein Leadmagnet klingt nach einer guten Idee, bis man vor der leeren Seite sitzt und in die Umsetzung gehen möchte. Spätestens dann tauchen die Fragen auf: Welches Thema taugt dafür? Wie hängt das mit dem eigenen Angebot zusammen? Wie kann ich das technisch umsetzen?

Wer einen Leadmagneten erstellen will, braucht heute mehr als eine nette Idee für ein PDF. Es braucht ein Thema, das zieht, ein Format, das zum Thema und zur eigenen Arbeitsweise passt, und einen Funnel, der aus einem Download tatsächlich einen neuen Kontakt macht.

Genau darum geht es in diesem dritten Teil der Serie zu Freebies und Leadmagneten. Diesmal ganz praktisch, von der Themenwahl bis zum fertigen Leadmagneten.

Dieser Artikel gehört zu einer dreiteiligen Serie. Die anderen Artikel kannst du hier lesen:

Wofür braucht man einen Leadmagneten?

Ein Leadmagnet ist ein Marketinginstrument und soll dabei helfen, Leads zu generieren. Als Lead wird ein Kontakt zu einem potentiellen neuen Kunden bezeichnet. Klassischerweise holt man sich mit einem Leadmagneten diese Leads in den eigenen Newsletterverteiler. Wie ich das zum Beispiel mit einem Quiz gelöst habe, siehst du hier.

Ebenso hilft ein Leadmagnet dabei, Vertrauen zu potentiellen Kunden aufzubauen und eine Kostprobe der eigenen Expertise zur Verfügung zu stellen.

Am häufigsten begegnen uns Leadmagneten im Online-Business, wo der erste Kontakt fast immer über die Website oder einen Social Media Account läuft. Aber auch abseits davon funktioniert das Prinzip: Die meisten Selbständigen, die ich begleite, arbeiten lokal, mit Kundinnen vor Ort, z.B. in ihrer Praxis. Auch für sie kann ein kleiner, kostenloser Erstcheck oder ein Wissenshappen zu einem häufigen Problem der Kunden der erste Kontakt sein, bevor jemand den Weg zu einem Termin oder einer Buchung findet. Die wenigsten von ihnen nutzen bisher einen Leadmagneten, dabei würde sich das Prinzip genauso gut übertragen lassen. Nur ist es abseits der Online-Business-Bubble nicht so bekannt.

Wie funktioniert ein Leadmagnet?

Das Prinzip eines Leadmagneten ist einfach: ich stelle als Expertin Inhalte und Wissen unentgeltlich zur Verfügung, lasse mir dafür als Gegenleistung Personendaten geben, meist ist es die E-Mail-Adresse und auch direkt die Einwilligung in ein Newsletter-Abo. Was dabei zu beachten ist, lies unbedingt hier nach. Mit dem Newsletter kann ich dann weitere Inhalte an den neuen Kontakt senden, Vertrauen aufbauen, Expertise zeigen und auch auf meine Angebote aufmerksam machen.

Natürlich ist das ganze Prozedere freiwillig. Wer einen Leadmagneten in Anspruch genommen hat und darüber im Newsletter-Verteiler gelandet ist, darf auch jederzeit wieder gehen, sprich, das Abo kündigen.

Auch inhaltlich folgt ein Leadmagnet einer bestimmten Logik. Dazu schauen wir uns als nächstes das Thema für einen Leadmagneten an.

Welches Thema soll ich für einen Leadmagneten wählen?

Das Thema sollte so gewählt sein, dass der Leadmagnet ein kleines, aber lästiges Problem löst, z.B. eine Aufgabe beschleunigt, eine Erkenntnis zutage fördert, bei der Umsetzung weiterhilft usw. Dieses Problem ist aber nur ein Teilproblem eines dahinterliegenden größeren Problems. Und zu diesem größeren Problem dahinter hast du eine Dienstleistung oder ein Produkt im Angebot, das den nächsten logischen Schritt darstellt, wenn sich die Person diesem größeren Problem bewusst wird. Du hast mit deinem Leadmagneten und den folgenden Newslettern deine Expertise bereits unter Beweis gestellt und wirst daher als Lösung für das Problem bestenfalls mitgedacht und im ganz optimalen Fall auch gebucht.

Dementsprechend ist das Thema eines Leadmagneten ganz eng mit den Themen deines Business und deinen Angeboten verknüpft. Frage dich, welcher Teilaspekt davon lässt sich entkoppeln und zu einem eigenen kleinen Miniprodukt abwandeln? Denn nichts Anderes ist ein Leadmagnet: ein Miniprodukt.

Wenn du einen Leadmagneten entwickeln möchtest, können dir folgende Fragen weiterhelfen:

  • Was ist mein übergeordnetes Thema und welcher Inhalt, welches Teilproblem lässt sich daraus entkoppeln?
  • Welche immer wiederkehrenden Fragen oder Probleme meiner Kunden lassen sich in einen Leadmagneten verwandeln?
  • Welches Ziel soll mit dem Leadmagneten erreicht werden? (Erkenntnis/neue Sichtweisen, Umsetzung, Alltagshilfe, fertiges Ergebnis…)

Die Antworten helfen bei der weiteren Ausgestaltung.

Mein aktueller Leadmagnet ist beispielsweise ein Selbst-Test zum Thema „Wie sichtbar bist du?“ Er fördert Erkenntnis darüber, wie gut man beim Thema Sichtbarkeit bereits aufgestellt ist und wo die größten Baustellen sind. Dazu liefert er dann personalisierte Tipps, was man tun kann, wenn es noch nicht so rund läuft.

Welches Format sollte ein Leadmagnet haben?

Das Format hängt vom Thema ab, nicht umgekehrt. Bevor du dich entscheidest, lohnt sich die Frage, was die Person mit dem Leadmagneten eigentlich tun soll: lesen, ausprobieren, sich selbst einschätzen oder direkt loslegen?

Hier sind ein paar Anregungen zum Format:

  • Ein klassisches PDF, wie eine Checkliste, Vorlage oder kleiner Guide, ist am schnellsten erstellt und eignet sich, wenn Wissen kompakt vermittelt werden soll.
  • Ein E-Mail-Kurs verteilt den Inhalt über mehrere Tage und baut so über einen längeren Zeitraum Kontakt auf, statt alles auf einmal zu liefern. Hier eignen sich z.B. kleine Challenges mit täglichen Aufgaben.
  • Ein Video oder eine kurze Audioaufnahme eignet sich, wenn die eigene Stimme und Persönlichkeit im Format spürbar werden sollen. Das schafft eine andere Nähe als reiner Text.
  • Ein interaktives Format wie ein Quiz oder Selbsttest eignet sich besonders, wenn es um Selbsteinschätzung geht: Die Person bekommt ein persönliches Ergebnis und damit eine direkte Erkenntnis über sich selbst. Das kann vorbereitend auf dein Angebot hilfreich sein und filtert auch gleich jene Menschen raus, die nicht zu dir und deinem Angebot passen.
  • Auch ein Mini-Workshop oder Webinar eignen sich als Leadmagnet. Sind von der Umsetzung aber auch umfangreicher. Sie können nach einen Gratis-Tool auch der zweite Schritt im Funnel sein.

Aufwand und Technik gehören ebenso in die Format-Entscheidung. Ein PDF lässt sich ohne Programmierkenntnisse bauen, ein interaktives Tool braucht mehr Vorbereitung, bleibt dafür länger im Gedächtnis. Am Ende zählt nicht das aufwendigste Format, sondern das, was zum Thema, zur eigenen Kapazität und zur Zielgruppe passt.

Heute kann man sich bei der Umsetzung auch von KI unterstützen lassen. Hier ist mein Beispiel für ein Quiz, das ich mit Claude umgesetzt habe.

Grundsätzlich gilt:

Einfachheit schlägt Komplexität: ein Leadmagnet sollte schnell und leicht zu konsumieren sein, max. 5 bis 30 Minuten.

Das Ergebnis zählt: es braucht einen echten Effekt und ein Ergebnis, mit dem deine Zielgruppe weiterkommt.

Nur der erste Schritt wird gelöst: ein Leadmagnet darf und sollte weitere Probleme bewusst offen lassen, schließlich willst du etwas verkaufen. Trotzdem solltest du bei diesem ersten Schritt mit Wert und Wissen nicht geizen.

Funnel: So wird aus einem Lead ein neuer Kunde

Damit ein Leadmagnet funktionieren kann, braucht es einen Funnel. Der Begriff Funnel steht im Marketing für den trichterförmigen Weg der Customer Journey, also der Reise von Menschen, die von einem unverbindlichen Erstinteresse zu zahlenden Kunden von uns werden. Oben ist der Trichter sehr breit, damit viele reinpassen, und läuft dann spitz nach unten zu. Von Stufe zu Stufe wird weiter ausgesiebt. Ganz unten treten nur die hindurch, die auf der Reise durch den Trichter zu wirklichen Kunden werden, weil wir ihnen mit unserem Produkt oder Dienstleistung auch wirklich helfen können. Und dieser Funnel muss bewusst gestaltet werden.

Eine Skizze von einen Funnel, der mit einem Leadmagneten startet und zu einem Hauptprodukt führt
Der Funnel: oben beginnt er mit dem Leadmagneten und allen Aktionen, die auf ihn aufmerksam machen und führt dann weiter nach unten bis zum Hauptprodukt.

Mit Marketing- und Werbeaktionen sorgt man dafür, dass oben in den Funnel genügend Menschen ihren Weg hineinfinden. Und ein Leadmagnet ist eine solche Aktion, die Menschen in den Funnel bringen sollen. Aber der Leadmagnet losgelöst vom Funnel funktioniert nicht. Danach muss es weitergehen. Wir können die schönsten und tollsten Leadmagneten entwickeln, aber ihre Wirkung verpufft, wenn dann nichts mehr kommt.

Dementsprechend muss auch das Danach geklärt sein. In den meisten Fällen ist das der Versand eines Newsletters. Oder die Einladung in einen kostenfreien Workshop. Vielleicht auch schon das Angebot für ein Miniprodukt oder die Einladung zu einem Erstgespräch.

Wer gerne telefoniert, kann auch Telefonakquise machen. Letzteres bietet sich an, wenn der Leadmagnet aus kostenfreien Veranstaltungen besteht, wo schon ein engerer Kontakt entstanden ist. Ansonsten rate ich davon eher ab. Was du immer haben solltest, wenn du mit Leadmagneten arbeitest, ist der Newsletter.

Was sind die Nachteile von Leadmagneten?

Auch wenn ich den Einsatz von Leadmagneten sehr schätze und sie ein wichtiges Werkzeug im Marketingkoffer sind, natürlich gibt es auch Nachteile, auf die ich hier kurz eingehen möchte.

Zum einen ist es gar nicht so einfach, ein gutes Thema für einen Leadmagneten zu entwickeln. Das kann etwas Zeit beanspruchen. Die Gefahr dabei ist, dass man entweder zu wenig an Wissen rausgibt, dann ist es nicht interessant genug, dass Menschen sich dafür anmelden und ihre Daten preisgeben oder es enthält zu viele Inhalte und die Menschen sind entweder erschlagen davon oder können ihre Probleme damit so gut lösen, dass sie in der Folge keine weitere Unterstützung von dir mehr benötigen. Hier braucht es eine gute Balance. Das klappt nicht immer beim ersten Leadmagneten und es kann nötig sein, weitere zu entwickeln.

Damit ein Leadmagnet funktioniert, muss er regelmäßig beworben werden. Ihn nur zu erstellen und dann einmal auf der Website zu verlinken, reicht lange nicht aus. Er muss also regelmäßig im Alltag mitgedacht und immer und immer wieder erwähnt werden. Wenn du bloggst, kannst du ihn beispielsweise regelmäßig als Call-to-Action in deinen Artikeln verlinken. Und auch auf Social Media sollte er regelmäßig erwähnt werden. Wer es bequemer, aber auch kostspieliger haben möchte, kann Werbeanzeigen zu seinem Leadmagneten schalten.

Die Akzeptanz von Leadmagneten kann sehr schwanken. Wie oben erwähnt, hängt das einerseits stark mit der Attraktivität von Inhalten zusammen. Doch sind insgesamt viele Menschen nicht mehr so ohne weiteres bereit, ihre Daten preiszugeben. Da muss ein Leadmagnet wirklich überzeugen und so gut auf reale Probleme deiner Zielgruppe zugeschnitten sein, dass sie sich dafür anmelden. Achte bei der Anmeldung darauf, nur wenige Daten abzufragen. Je umfangreicher dein Anmeldeformular ist, umso mehr Menschen werden sich dagegen entscheiden.

Es gibt die sogenannten „Freebie-Jäger“. Sie laden sich gerne und häufig Leadmagneten herunter, nur um sich direkt beim ersten Newsletter wieder abzumelden. Das muss man so hinnehmen und lässt sich nicht vermeiden. Auch deine Wettbewerber können sich deinen Leadmagneten herunterladen und werden das sicher auch tun, wenn er gut gemacht ist.

Ein Marketinginstrument mit Wirkung

Trotz dieser Nachteile bleibt ein Leadmagnet ein wirkungsvolles Marketinginstrument: Es hilft der Zielgruppe mit einer kleinen, sofort nutzbaren Lösung und es zeigt gleichzeitig, wie du arbeitest, ohne dass du dafür ein Verkaufsgespräch führen musst. Darum lohnt sich die Zeit, die die Entwicklung kostet.

Wenn du nicht nur lesen willst, wie ein Leadmagnet funktioniert, sondern gleich ein praktisches Beispiel sehen möchtest, dann schau mal hier weiter und mach den Schnellcheck Sichtbarkeit:

Titelseite des Schnell-Check Sichtbarkeit

Wie sichtbar bist du?

Mach das Quiz und erhalte direkt deine Auswertung

MIt Tipps passend zu deinem Ergebnis: was du tun kannst, um sichtbarer zu werden.

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