PDF-Freebies sind out. Überhaupt, der Begriff Freebie auch. Das hat aber eher juristische Gründe. Denn ein Freebie ist ja nicht for free, man zahlt mit seinen Daten. Im Normalfall mit der E-Mail-Adresse. Darum heißt ein Freebie eigentlich Leadmagnet.
Aber ich schweife ab, bevor ich überhaupt erst richtig angefangen habe. Denn hier soll es um ein ganz bestimmtes Freebie, äh, Leadmagneten gehen: meinen Sichtbarkeits-Schnell-Check.
Der lag jetzt monatelang als eingestaubtes PDF auf meinem Server. Ich hatte wenig Motivation ihn zu bewerben, obwohl ich ihn inhaltlich gut fand. Darum wollte ich ihm neues Leben einhauchen. Und habe es auch getan.
Aus dem eingestaubten PDF ist jetzt ein interaktives Quiz geworden, das passend zu deinen Antworten ein Ergebnis ausspuckt. Wenn du dann noch mehr dazu wissen möchtest, kannst du dir die personalisierten Tipps ebenfalls passend zu deinen Antworten per E-Mail zusenden lassen. Ich bin ganz schön stolz auf das Ergebnis. Und hier verrate ich dir den Entstehungsprozess und die einzelnen Umsetzungsschritte, die dafür nötig sind.
Sind PDF-Freebies tot?
Kommen wir noch mal eben zu meiner Einstiegsthese zurück: der Behauptung, dass PDF-Downloads nicht mehr angesagt sind. Das wird nämlich gerne in einer bestimmten Marketing-Szene behauptet. Vor allem von denen, die gerne ein Produkt oder eine Dienstleistung verkaufen möchten, die auf andere, vor allem KI-gestützte Wege setzen. (Die durchaus auch funktionieren können.)
Ich denke, man kann das nicht pauschal sagen. Je nach Inhalt lade auch ich mir heute noch PDF-Dateien herunter, wenn mich das Thema wirklich interessiert und ich mir Inhalte oder Einblicke erwarte, die mir weiterhelfen könnten. Eine lange Auflistung muss nicht interaktiv daherkommen. Ein Wissenshäppchen auch nicht zwangsläufig.
Aber es gibt natürlich Themen, die sich besonders gut für eine interaktive Aufmachung eignen und ja, das kann die Zugriffszahlen in die Höhe treiben, wenn man auf Gamification setzt oder irgendeine super praktische Mini-App oder eben auf ein Quiz.
Also fühl dich frei, deinen Leadmagneten so zu bauen, wie du es für richtig hältst. Oder noch viel wichtiger: wie er von deiner Zielgruppe am besten akzeptiert wird. Denn die sollen es schließlich nutzen. Je jünger deine Zielgruppe ist, umso weniger würde ich zum Beispiel auf lange Texte (und damit klassisch eine PDF) setzen und eher auf ein interaktives Format.
Falls du nicht weißt, was ein Leadmagnet überhaupt sein soll und wozu das gut ist, dann lies hier weiter.
Und ja, ein PDF läuft schnell Gefahr, irgendwo auf der Festplatte zu verstauben, wenn es einmal heruntergeladen wurde. Aber das kann auch mit jedem anderen Leadmagneten passieren. Mein Quiz wirst du vermutlich auch nur einmal machen. Und wie oft wirst du danach noch die E-Mail mit dem Ergebnis durchlesen? Sie wird wohl eher in deinem Postfach immer weiter nach unten und damit aus dem Fokus rutschen. Gut, wenn du dir die Anregungen daraus zu Herzen genommen hast und das Wichtigste machst: in die Umsetzung gehen. Das gilt für jeden Leadmagneten, ganz egal ob PDF, Quiz oder App.
Wie aus einem PDF-Quiz ein interaktives Quiz wird
Wir leben im Zeitalter der KI. Und wenn man bisher bestimmte Fähigkeiten nicht beherrschte, dann kann KI die Umsetzung trotzdem möglich machen.
Ich selbst habe zum Beispiel Grundkenntnisse in HTML, aber nicht in Javascript und ich könnte auch keine funktionierende Website mit HTML selbst bauen. Das kann dafür Claude. Und ich kann ihm sagen, was ich als Ergebnis haben möchte und er setzt es dann für mich um. So lief das bei meinem Schnell-Check. Den hat Claude für mich gebaut.
Wenn du jetzt denkst, das ist ja einfach: PDF bei Claude reinschmeißen und fertig ist das Schnell-Check-Quiz, dann lass dir gesagt sein, nein, so einfach ist es nicht und es hat mich schon mehrere Stunden gekostet, bis das Ergebnis rund war. Nötig waren dafür mehrere Schritte, die ich dir im folgenden aufliste. Dieses Vorgehen funktioniert auch für andere Themen, z.B. dein eigenes Leadmagnet-Projekt.
Schritt 1: Prozesslogik aufsetzen
Die Inhalte für das Quiz liegen mit der PDF bereits vor. Doch wie sieht das Ganze als interaktives Quiz aus? Das muss einmal durchdacht werden.
Welche einzelnen Elemente braucht das Quiz, z.B.
- Einleitungsseite,
- Quizseiten,
- Auswertungslogik und Ergebnisseite,
- Anmeldeformular,
- DoubleOptIn-Prozess mit Bestätigungsseiten,
- E-Mail mit dem personalisierten Ergebnis…
Das alles wird im ersten Schritt erarbeitet. Manchmal muss man auch im weiteren Verlauf noch mal nacharbeiten, weil man im Vorfeld nicht an alles gedacht hat. Aber wenn der grobe Rahmen bereits steht, wird die Umsetzung leichter und strukturierter.
Schritt 2: Gestaltung und Inhalte vorgeben
Damit das Ergebnis auch nach mir und meinen Vorstellungen aussieht, braucht Claude ein paar Instruktionen. Das waren in meinem Fall zum Beispiel:
- Farbvorgaben, passend zu meinen Standardwerten
- Inhaltselemente, die auftauchen sollen, z.B. ein Link zu meiner Hauptwebsite, zum Impressum und zur Datenschutzerklärung
- Nutzerführung durch Überschriften und dem stets sichtbaren Bearbeitungsstand im Quiz
- Texte
- ggf. auch Bilder
Liegt das alles vor? Wenn nicht, dann trägt man alles zusammen und erstellt noch fehlende Inhalte.
Schritt 3: Technische Umsetzung klären
Worüber man sich auch im Vorfeld schon Gedanken machen sollte: Wenn Claude seine Arbeit gemacht hat, spuckt er als Endergebnis eine HTML-Datei aus. Damit diese auch genutzt werden kann, muss sie irgendwo eingebunden werden. Das kann innerhalb einer bereits bestehenden Website geschehen, auf einer Landingpage eines externen Dienstleisters oder wie in meinem Fall auf einer Subdomain: schnellcheck.dorotheedickmann.de.
Um das DoubleOptIn und den E-Mail-Funnel einzurichten, braucht es einen Newsletterdienst. Bestenfalls hat man bereits einen gebucht, sonst muss man sich einen passenden suchen. Ich nutze seit Jahren CleverReach(*Affiliate) und bin dort sehr zufrieden.
Je klarer man das schon hat, umso besser kann Claude das in der Umsetzung bereits berücksichtigen.
Schritt 4: Prototyp aufsetzen
Sind die Schritte eins bis drei weitestgehend geklärt, kann man Claude einen ersten Prototypen erstellen lassen. Meistens sieht das im ersten Wurf noch nicht so aus, wie man es gerne haben möchte. Dann bessert man so lange nach, bis das Ergebnis passend ist.
Wenn man, wie in meinem Fall, ein Quiz aufgesetzt hat, testet man auch bereits den Ablauf durch und prüft, ob er funktioniert und stimmig aufgebaut ist und die Auswertungslogik passt.
Schritt 5: Funnel aufsetzen
Nebenher beginnt man bereits mit dem Aufbau des E-Mail-Funnels. Wenn, wie in meinem Fall, Daten zwischen dem Quiz und dem Newsletter-Dienst ausgetauscht werden müssen, braucht Claude für die Umsetzung Feld-IDs, die das Formular von CleverReach liefert. Dafür muss es aber erst einmal angelegt werden.
Neben dem Anmeldeformular mit DoubleOptIn (was das genau ist, erkläre ich dir hier) legst du auch eine Automation an, die nach der Anmeldung ausgelöst wird und z.B. das personalisierte Ergebnis per E-Mail zustellt. Man kann eine ganze E-Mail-Serie starten oder auch nur eine einzelne E-Mail versenden und die Adressen dann zum regulären Newsletter übergeben.
Schritt 6: Testen, testen, testen
Das Wichtigste zum Schluss ist ausgiebiges Testen. Klappt alles so, wie es soll? Sind alle Inhalte drin? Funktioniert das Formular einwandfrei? Wird die Automation richtig ausgelöst?
Ich bin hier sehr penibel und prüfe alles doppelt und dreifach. Nichts ist ärgerlicher, als ein Funnel, der irgendwo muckt und du bekommst es nicht mit. Dabei können dir wertvolle Adressen verloren gehen. Daher gilt hier, höchste Sorgfalt walten zu lassen.
Leadmagnet-Entwicklung ist ein iterativer Prozess
Das ganze Vorgehen ist ein iterativer Prozess und an jedem einzelnen Schritt kann immer wieder nachgeschraubt werden, wenn es irgendwo noch nicht ganz passt. So lange, bis alles technisch sauber aufgesetzt und die Inhalte rund sind und der Funnel stabil läuft.
Und ganz ehrlich, ich habe mehrere Schleifen gedreht, bis es wirklich saß. Auch diese Extrarunden möchte ich dir nicht vorenthalten.
Meine Extrarunden bei der Entwicklung des Quiz
Manche Ungenauigkeiten zeigen sich erst in der Umsetzung und das ist auch nicht weiter schlimm. Darum ist Schritt 6, das Testen, so wichtig. Hier musste ich nachbessern:
Auswertungslogik
Mein Quiz hat zwei Auswertungsrunden. Dabei werden bestimmte Antworten zu Punkten aufsummiert. Direkt im ersten Testdurchlauf merkte ich, dass die Auswertungslogik zu unscharf war und schlechte Ergebnisse lieferte. Daher musste ich das neu durchdenken und Claude um Anpassung bitten.
Personalisierte Ergebnisse
Eine große Herausforderung war der Prozess, personalisierte Ergebnisse auf Basis der Testauswertung in einer E-Mail auszuliefern. Dafür muss das Ergebnis von dem Quiz auf meiner Website zum Newsletter-Dienst CleverReach transportiert und dann passend in der E-Mail eingebunden werden.
Es gibt sieben verschiedene Ergebnismöglichkeiten und jede davon muss abgebildet werden können. Da die Datenfelder eine Zeichenbegrenzung haben, konnte ich die Texte nicht direkt im Quiz hinterlegen, sondern musste sie über CleverReach abbilden. Bis ich das mit Claudes Unterstützung ausgetüftelt hatte, hat es etwas gedauert.
Und manchmal sind es auch nur Kleinigkeiten, die vom Ziel abhalten. In diesem Falle war es der Schrägstrich in einem Datenfeld und eine inkonsistente Benennung der Felder, die dazu führten, dass Ergebnisse nicht angezeigt wurden.
Schriften lokal einbinden
Claude lieferte mir ganz selbstverständlich mit dem ersten Entwurf Google-Schriftarten aus, die über den Google-Server eingebunden waren. Ein Datenschutzproblem, weil beim Herunterladen der Schrift die IP-Adresse der Nutzer zu Google gefunkt wird. Das fiel mir bei einem genaueren Blick in den HTML-Quellcode auf. Also musste ich auch hier um Nachbesserung bitten und die Schriften stattdessen lokal auf meinem Server einbinden.
Probiere das Quiz aus
Jetzt läuft alles und du kannst du dir selbst ein Bild vom Ergebnis und vom Quiz machen. Schreib gerne in die Kommentare, wie du es findest. Und wenn du dir Unterstützung beim Aufsetzen eines Leadmagneten wünschst, dann melde dich bei mir.

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