Wer Newsletter versenden möchte, stellt sich früher oder später die Frage, wie er an E-Mailadressen gelangen soll. Und auf der Suche nach Lösungen wird er dann ebenfalls früher oder später auf zwei Begriffe stoßen: Freebie und Leadmagnet.
Die beiden Begriffe werden im Alltag synonym verwendet. Es gibt allerdings Unterschiede und die sollte man kennen.
Daher stelle ich in diesem Artikel beide Begriffe und das dahinterliegende Konzept vor.
Was ist ein Freebie?
Ein Freebie ist ein Geschenk. Darauf deutet das „Free“ im Namen bereits hin. Der Begriff ist schon seit Mitte des letzten Jahrhunderts in Gebrauch und wird im Marketing z.B. für Produktproben und kleine Geschenke verwendet, die kostenlos und zu Werbezwecken an Menschen und potentielle Interessenten verteilt werden.
Man kann den Begriff auch auf Online-Geschenke anwenden, wie Whitepaper oder kostenfreie Tools oder ähnliches. Bedingung dafür: es gibt keine weiteren Bedingungen für den Erhalt oder die Nutzung eines Freebies. Ansonsten ist es kein Freebie. Wer ein wirkliches Freebie zur Verfügung stellt und für die Zustellung eine E-Mailadresse benötigt, darf daher nach der Zustellung nicht einfach Newsletter an die E-Mailadresse versenden.
Was ist ein Leadmagnet?
Ein Leadmagnet verfolgt ein klares Ziel: Leads generieren.
Ein Lead ist ein Kontakt bzw. potentieller Kunde, der Interesse an einem Produkt oder einer Dienstleistung signalisiert hat. Und um diese Menschen aka Leads anzuziehen bzw. zu solchen zu machen, wird ein Magnet entworfen, der sie in den eigenen Unternehmensorbit bringt – der Leadmagent. Er ist damit die erste Stufe einer Customer Journey, die einen bisher kalten Kontakt in einen leicht angewärmten Kontakt umwandelt.
Ein Leadmagnet ist nicht frei zu bekommen und wird in der Regel bezahlt. Nicht mit Geld, sondern mit persönlichen Daten. Klassischerweise ist das die E-Mailadresse. Der Deal dabei lautet: du gibst mir deine E-Mailadresse, damit ich dir Newsletter schicken kann und ich gebe dir dafür z.B. Wissen oder einen guten Tipp, wie du bei einem bestimmten Problem weiterkommst. Und damit ist ein Leadmagnet nicht kostenlos und darf auch nicht so beworben werden.
Im Alltag findet man diese Begriffe aber selten sauber getrennt und es wird oft als Freebie benannt, was eigentlich ein Leadmagent ist. Daher gehe ich kurz auf den rechtlichen Aspekt ein.
Warum der Begriff „Freebie“ rechtlich heikel sein kann
Wenn für ein Produkt eine E-Mailadresse als Gegenleistung verlangt wird, ist es nicht kostenlos und darf auch nicht als kostenlos bezeichnet werden. Genau das suggeriert aber der Begriff Freebie. Daher ist es gut, sich mit den rechtlichen Rahmenbedingungen vertraut zu machen. Ich kann hier allerdings nur einen groben Überblick geben, eine Rechtsberatung ersetzt das nicht. Die kann man nur bei einer Anwältin oder einem Anwalt in Anspruch nehmen. Einen sehr ausführlichen Fachartikel zum Thema, findest du zudem hier.
Dass man als Unternehmerin eine Gegenleistung für ein Angebot haben möchte, ist legitim. Und einen Leadmagneten anzubieten, ist grundsätzlich möglich. Diese drei Varianten können dafür genutzt werden:
1. Freebie – wirklich kostenfrei
Das Werbegeschenk wie Kugelschreiber, Schlüsselanhänger etc. als physisches Produkt oder auch der Download einer Datei oder die Testversion einer App sind Freebies und kostenfrei. Falls bei der Überreichung Daten fließen, um z.B. eine Datei zusenden zu können oder um einen Zugang zu einer Testversion zu erhalten, dürfen diese Daten ausschließlich dafür genutzt werden. Newsletter zusenden ist tabu, dafür dürfen diese Freebies wirklich mit dem Begriff kostenfrei beworben werden.
2. Leadmagnet mit optionaler Werbeeinwilligung
Das Freebie kann auf freiwilliger Basis zu einem Leadmagneten werden. Dazu ergänzt man beispielsweise bei einem digitalen Freebie eine optionale Checkbox für den Erhalt des Newsletters. Diese darf dann allerdings nicht vorausgefüllt sein. Auch in diesem Fall bleibt das Freebie ein Freebie, wird aber auf freiwilliger Basis zum Leadmagneten, wenn jemand das Häkchen von sich aus setzt und in den Erhalt des Newsletters einwilligt (DoubleOptIn nicht vergessen!).
3. Leadmagnet mit verpflichtender Werbeeinwilligung
Diese dritte Variante ist die nicht kostenfreie Variante. Es wird mit Daten bezahlt. Und das muss ganz klar auch so benannt sein. Und es ist dann kein Freebie mehr und darf nicht mit dem Begriff „kostenlos“ beworben werden.
Ganz wichtig ist hierbei, dass der Interessent im Bestellvorgang transparent darüber aufgeklärt wird, dass das Bestellen des Leadmagneten an die Einwilligung in ein Newsletter-Abo gekoppelt ist. Die Einwilligung muss über das DoubleOptIn dokumentiert werden und natürlich darf der Nutzer jederzeit widersprechen und aus dem Newsletter-Abo wieder aussteigen. Die absolut transparente Aufklärung stellt zudem sicher, dass man nicht mit dem Kopplungsverbot nach der DSGVO in Konflikt gerät.
Wie ein DoubleOptIn funktioniert, erkläre ich hier.
Wofür sind Leadmagneten gut?
Von großem Interesse für dich selbst ist bei einem Leadmagneten natürlich die im Gegenzug dafür erhaltene E-Mailadresse und der damit einhergehende Aufbau deines Newsletter-Verteilers. Aber das ist nicht das einzig Gute an einem Leadmagneten.
Denn auch der Mensch, der deinen Leadmagneten erhalten hat, hat etwas davon. Mit einem Leadmagneten verteilt man in der Regel eine Kostprobe der eigenen Expertise, z.B. einen Wissenshappen oder eine Lösung für ein Teilproblem. Du hilfst einem anderen Menschen also bestenfalls bereits sehr konkret. Und damit baust du Vertrauen in dich und dein Können auf.
Natürlich löst du mit dem Leadmagneten nicht alle Probleme auf einmal. Und wenn das größere Problem hinter dem Teilproblem sichtbar wird, weiß diese Person bereits, dass du ihr schon einmal weiterhelfen konntest und wird sich bestenfalls auch beim nächsten Problem an dich erinnern und auf dich zukommen.
Wenn dein Funnel sauber aufgebaut ist, kannst du aufgrund von Leadmagneten-Bestellungen auch Segmentierungen in deinem Verteiler erstellen und Menschen noch passgenauer zu Themen informieren, für die sie bereits Interesse gezeigt haben.
Ein Leadmagnet ist ein guter Kontaktpunkt zu dir und ein deutlich stärkerer als beispielsweise ein Kurzvideo auf Social Media.
Beispiele für Leadmagneten
Leadmagneten können sehr vielfältig gestaltet sein. Hier ein paar Beispiele und Ideen:
- Checklisten
- Workbooks
- Anleitungen
- Mini-Kurse per E-Mail oder Video
- Vorlagen und Templates
- Webinare
- interaktive Formate wie ein Quiz oder Selbsttests
- eine App z.B. mit Rezepten, zur Recherche etc.
- Audiodateien mit Kursen, Phantasiereisen, Mediationen…
Deiner Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Wie man ein interaktives Quiz als Leadmagneten erstellt, habe ich hier beschrieben.
Wie bewirbt man einen Leadmagneten oder ein Freebie?
Im ersten Schritt setzt man eine eigene Landingpage für den Bestellvorgang auf. Und den Link dahin bindet man sehr präsent auf der eigenen Website ein. Und zwar nicht nur an einer Stelle, sondern mehrfach: auf der Startseite, in der Navigation, im Footer, in Blogartikeln und in der Blogseitenleiste…
Manche nutzen auch Pop-ups auf ihrer Website, um darauf aufmerksam zu machen. Das sollte man abwägen, denn Popups gelten als nervig.
Dennoch, der beste Leadmagnet bringt nichts, wenn niemand von ihm weiß. Daher reicht es nicht, sich nur auf die eigene Website zu beschränken, sondern der Link und die Info darüber muss breit gestreut werden.
Das kannst du noch tun:
- Social Media Beiträge mit Hinweis zum Leadmagenten erstellen
- den Link im Social Media Profil setzen
- immer wieder in thematisch passenden Blogartikeln verlinken
- Kooperationen eingehen
- in Podcasts erwähnen
- Werbeanzeigen schalten (Achtung, nur für Profis!)
Mein eigener Leadmagnet
Natürlich habe auch ich einen Leadmagneten. Aktuell ist es der Selbst-Test „Wie sichtbar bist du?“. Und das ist nicht mein erster Leadmagnet.
Je nachdem, wie ein Business sich entwickelt, entwickeln sich auch die Leadmagneten mit. Ich hatte bereits ein Workbook und es gibt auch noch zwei Phantasiereisen.
Den aktuellen Schnell-Check kannst du hier machen und direkt prüfen, ob ich alles richtig umgesetzt habe, was ich dir hier erzählt habe 😉

Wie sichtbar bist du?
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MIt Tipps passend zu deinem Ergebnis: was du tun kannst, um sichtbarer zu werden.

