Viele Selbständige stecken einiges an Zeit und Ausdauer in den Aufbau eines oder mehrerer Social Media Kanäle. Inwieweit das erfolgreich gelingt, lässt sich nicht nur anhand von Follower-Zahlen ausdrücken. Vielmehr ist es ein Zusammenspiel verschiedener Kennzahlen, die den Erfolg von Social Media Marketing anzeigen.
Die unterschiedlichen Social Media Plattformen mögen sich in Details unterscheiden, grundsätzliche Kennzahlen sind aber plattformübergreifend gleich. Schauen wir sie uns im Detail an.
Dieser Artikel ist Teil einer kleinen Serie über das Thema Kennzahlen im Marketing. Den Einstiegsartikel der Serie findest du hier.
| Welche Social-Media-Kennzahlen wirklich wichtig sind und wie du sie richtig einordnest |
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| Das erfährst du in diesem Artikel: ➡️ Warum Follower-Zahlen allein wenig aussagen – und was stattdessen zählt ➡️ Was Impressionen und Verweildauer über deinen Content verraten ➡️ Welche Engagement-Signale der Algorithmus besonders hoch bewertet ➡️ Warum Likes nett sind – aber keine Kundinnen bringen ➡️ Woran du erkennst, ob deine Social-Media-Strategie wirklich funktioniert |
Wie wichtig ist die Follower-Anzahl?
Jeder, der einen Social Media Account aufbaut, schielt zuerst einmal auf seine Followerzahlen. Wachsen sie regelmäßig?
Und ja, eine große Gefolgschaft zu haben, macht etwas aus. Zum einen macht es etwas mit dem Menschen selbst, der den Account betreibt. Wenn viele dir folgen, fühlt sich das erst mal gut an. Jeder, der mit einem kleinen Account startet, kennt die Freude, wenn die Followerzahl ansteigt.
Gleichzeitig hat es auch eine psychologische Wirkung auf die Menschen, die als neue Besucher auf den Account kommen. Wo bereits viele Menschen folgen, muss es etwas Interessantes zu sehen geben, also folgen sie ebenfalls bereitwillig.
Ganz nach dem Motto: wer hat, dem wird gegeben.
Darüber hinaus nimmt mit steigender Follower-Anzahl automatisch die Reichweite zu. Denn auch der Algorithmus möchte die Nutzer der Plattform mit den passenden Inhalten an diese binden. Wer entsprechende Followerzahlen vorweisen kann, zeigt damit bereits, dass er relevante Inhalte veröffentlicht und Menschen auf der Plattform halten kann. Nach dem Motto, wer hat, dem… ach so, das hatten wir ja schon. Kurz gesagt, wer mehr Follower hat, dessen Inhalte werden öfter ausgespielt.
Ein weiterer Grund, die Followerzahlen im Blick zu haben: bestimmte Funktionen werden erst mit einer bestimmten Anzahl an Followern freigeschaltet. Als erste magische Grenze gilt die Anzahl von 1.000 Followern. Dann darf man z.B. auf Instagram auch Live-Videos machen. Allerdings, die ersten 1.000 zu erreichen, ist besonders herausfordernd und Ausdauer gefragt.
Den Wert eines Accounts nur an der Anzahl seiner Follower zu bemessen, wäre allerdings vermessen. Und selbst wenn man die 1.000 noch nicht geknackt hat, können bereits Follower-Zahlen im dreistelligen Bereich ganz wunderbar sein, wenn es die richtigen Menschen sind. Und richtig bedeutet: relevant.
Man kann einen Account mit 10.000 und mehr Followern betreiben und keinen Cent damit verdienen und ebenso gut kann man mit wenigen hunderten Followern genau die richtigen in seinem Orbit haben und die eigenen Produkte und Dienstleistungen an sie verkaufen.
Wie auch bei anderen Marketing-Kennzahlen gilt daher: welches Ziel möchtest du erreichen? Wenn du das weißt, kannst du die Zahlen besser für dich und deine Ziele deuten. Und wie oben erwähnt, funktionieren sie nur im Zusammenspiel. Daher stelle ich dir jetzt noch weitere Kennzahlen vor.
Du überlegst, ob du Social Media Marketing starten sollst, weißt aber nicht, ob es das richtige für dich ist? Dann habe ich hier etwas für dich:

Sichtbarkeits-Check-up
Mach den Check-up für mehr Sichtbarkeit sowie ein Marketing, das sich nach dir anfühlt und zeitlich machbar ist.
Was Impressionen über deine Reichweite sagen
Mit Impressionen oder Aufrufen ist die Anzahl der Ausspielungen von Inhalten gemeint. Wie oft wurde ein Video oder ein Beitrag Besuchern der Plattform präsentiert bzw. eingeblendet? Das kann im zweistelligen Bereich liegen, genauso gut aber auch bis in den Millionenbereich gehen. Große und bekannte Marken schaffen es sogar bis in den Milliardenbereich.
Mit steigenden Impressionen steigt zwar auch die Reichweite und damit die Wahrscheinlichkeit, mehr Menschen mit dem eigenen Content zu erreichen. Aber auch hier gilt, erreiche ich die richtigen Menschen? Und richtig meint im Marketing jene Menschen, die relevant sind für mein Angebot.
Der Wert von Impressionen sagt lediglich aus, dass etwas ausgespielt wurde. Nicht aber, was der Mensch mit dem präsentierten Content gemacht hat. Die Impressionen als einzelnen Wert zu nehmen, ist daher wenig aussagekräftig.
Plattformen wie Instagram oder Facebook schlüsseln dabei noch auf, wie viele Impressionen an Follower und wie viele an Nicht-Follower erfolgt sind. Darüber lässt sich erkennen, ob z.B. eine Wachstumsstrategie aufgeht und genügend neue Menschen erreicht werden. Oder auch nicht.
Verweildauer bei Videos: die 3-Sekunden-Grenze
Bei Videos auf Socia Media ist die Verweildauer eine wichtige Kennzahl, die eine rein quantitative Betrachtung über Impressionen gut ergänzt.
Es gilt, die magische Grenze von 3 Sekunden zu knacken. Denn innerhalb der ersten drei, maximal sechs Sekunden entscheidet ein Mensch, ob ihn ein Video interessiert oder ob er weiter wischt. Je jünger dieser Mensch ist, umso kürzer dauert dieser Entscheidungsmoment.
Je länger die Verweildauer durchschnittlich ist, desto besser funktioniert das Video.
Click-Through-Rate (CTR): was der Wert aussagt
Die Click-Through-Rate, kurz CTR oder zu deutsch Klickrate, gibt an, wie viele Menschen prozentual ausgedrückt bei einer Impression auf den Inhalt geklickt haben. Wird ein Video 100 mal eingeblendet und 10 Personen klicken darauf, hat man eine CTR von 10 Prozent. Dieser Wert ist nicht für alle Social Media Formate verfügbar. Man findet ihn z.B. bei Youtube-Videos. Je höher dieser Wert ist, umso besser.
Man kann aus diesem Wert beispielsweise Rückschlüsse ziehen, wie gut Titel(bilder) und Teaser funktionieren. Also all jene Inhaltsschnipsel, die Lust auf mehr machen und zum Klick verleiten sollen.
Direktes Engagement: wenn Content wirklich ankommt
Alle Social Media Plattformen bieten Möglichkeiten zur Interaktion mit der Person, die dort Inhalte veröffentlicht. Im Hintergrund berechnen die Algorithmen anhand dieser (und weiteren) Metriken, was wir mögen und was nicht. Und spielen uns daraufhin noch passgenauer und mehr ähnliche Inhalte aus.
Engagement und Interaktion sind natürlich ein Kernelement von “Social”. Eine Funktion der Plattformen soll es ja sein, Menschen miteinander zu verbinden und Gemeinschaft zu fördern. Inwieweit “Social” und Gemeinschaft dort wirklich funktioniert, lassen wir an dieser Stelle unbeantwortet. Schließlich geht es hier um das Thema Zahlen.
Und Content Creator können anhand dieser Interaktionselemente gut erkennen, welche Inhalte funktionieren.
Welche Kennzahlen davon der Algorithmus ebenfalls hoch wertet, ist Schwankungen unterworfen und wird mal so, mal so gewichtet. Dennoch sind hohe Interaktionszahlen in der Regel immer ein gutes Zeichen für Inhalte, die ankommen.
Hier habe ich übrigens die Kennzahlen speziell für Instagram beschrieben.
Likes: nett fürs Ego, aber keine Garantie für Umsatz
Der Like-Button ist eine direkte Zustimmung zu Inhalten. Jede Plattform nutzt ihre eigenen Vorgaben, wie geliked werden kann.
Bei Instagram und Pinterest gibt es lediglich das Herz als Zustimmung.
Bei Youtube den Daumen hoch oder runter, um auch Missfallen ausdrücken zu können. Seit 2021 wird öffentlich allerdings nur noch die Anzahl der Zustimmungen angezeigt, um gezieltes Mobbing gegen Creator zu vermeiden. Kanalbetreiber können die Dislikes im Hintergrund allerdings weiterhin sehen. Ganz aktuell (Juni 2026) sickern Infos durch, dass Youtube die Abschaffung des Dislike-Buttons plant und seit kurzem ein neues Design testet, dass sich anderen Plattformen angleicht und auf das Herzchen setzt.
Facebook nutzt eine breitere Palette: von Daumen hoch über Herzchen bis hin zu Emojis, die eine emotionalen Ausdruck ermöglichen, auch Missfallen.
Und auch LinkedIn bedient sich verschiedener Zustimmungsbuttons.
Wie auch immer der Button aussieht, für dich als Content-Erstellerin gibt ein Like eine direkte Rückmeldung, dass etwas positiv aufgenommen wird. Bei manchen Formaten, z.B. dem Karussell-Beitrag auf Instagram und auch bei Reels, kann man sogar genau erkennen, welches Bild des Inhaltes besonders gut angekommen ist, bzw. an welcher Stelle im Video auf den Like-Button gedrückt wurde.
Mit den Likes kann man also erkennen, welche Inhalte gut geraten sind und mehr davon machen.
Doch auch Likes für sich allein betrachtet, sind kein Indikator dafür, dass dein Marketing funktioniert. Wenn aus vielen Likes auf Dauer keine Conversion entsteht, also z.B. der Kauf deiner Produkte oder Dienstleistungen, dann solltest du deine Content-Strategie überprüfen.
Denn falls du Inhalte nicht nur zu Unterhaltungszwecken erstellst oder um berühmt zu werden, sondern sie Teil einer Marketingstrategie sind, sollten sie früher oder später zu Kundinnen führen. Und wenn du Likes bekommst, dann ist das zwar nett und ein Schmeichler fürs Ego, aber Herzchen bezahlen keine Miete.
Aus Marketing-Sicht sollte die Zustimmung per Like-Button früher oder später zum nächsten Schritt führen: einem Download deines Freebies, zu einem Eintrag in die Newsletter-Liste oder dem Kauf eines Produktes. Falls das gar nicht oder zu wenig passiert, hast du zwar schöne Inhalte, die gut ankommen, aber kein funktionierendes Marketing.
Dennoch lassen Likes einen Rückschluss darauf zu, wie emotional verbunden deine Community mit dir und deinen Themen ist. Wenn du kaum Likes erhältst, kann das ein Hinweis darauf sein, dass sich zu wenige Follower mit dir und deinen Inhalten identifizieren. Was wiederum die Frage aufwirft, wie gut dein Content ist oder warum er die falschen Menschen anzieht?
Teilen: warum geteilte Inhalte mehr wert sind
Genial ist die Teilen-Funktion. Wenn du es schaffst, Inhalte zu erstellen, die von anderen als so wertvoll erachtet werden, dass sie sich die Mühe machen, sie an Bekannte und Freunde weiterzuleiten, hast du viel gewonnen. Deine Follower verhelfen dir direkt zu mehr Reichweite an Personen, von denen sie glauben, dass deine Inhalte interessant oder hilfreich für sie sein könnten.
Daher ist ein geteilter Beitrag noch höher zu bewerten, als Inhalte, die “nur” ein Like bekommen haben. Auch die Algorithmen bewerten das Teilen in der Regel höher als das Liken und schenken ihm mehr Reichweite.
Besonders gut werden Inhalte mit Mehrwert geteilt, die einen direkten Nutzen bringen. Aber auch hier gilt: die geteilten Inhalte isoliert zu betrachten, wäre ebenfalls kurzsichtig. Letztlich zahlen auch sie auf ein Ziel dahinter ein (oder sollten sie) und müssen entsprechend im Kontext ausgewertet werden.
Speichern: ein unterschätztes Engagement-Signal
Auch das Abspeichern von Inhalten ist positiv zu werten. Eine Person findet den Inhalt hilfreich oder wichtig genug für sich selbst und möchte wieder darauf zugreifen können. Daher gilt auch hier, ein gemerkter Beitrag ist höher zu bewerten als einer, der ausschließlich geliked wurde.
Kommentare: das wertvollste Engagement
Ein verhältnismäßig aufwändiges Engagement ist das Schreiben von Kommentaren, sofern es sich nicht nur um das schnelle Absenden von Emojis handelt. Wer sich die Mühe macht, Gedanken und Impulse in Worte zu fassen, geht eine echte Verbindung mit dir und deinen Inhalten ein.
Auch der Algorithmus liebt Kommentare. Es ist ihm dabei übrigens egal, ob die Kommentare zustimmend oder ablehnend sind. Für ihn zählt, dass Menschen länger geblieben sind.
Daher funktioniert Empörung auf Social Media auch so gut und wird sogar strategisch eingesetzt: Sie löst starke Emotionen aus und verleitet Menschen zum Kommentieren. Durch das hohe Engagement erhalten diese Beiträge automatisch mehr Reichweite. Wer das mag und damit umgehen kann, bitte sehr. Mir selbst ist das zu anstrengend. Und hier schon mal vorbeugend ein Lesetipp: Vom Umgang mit negativen Kommentaren auf Social Media.
Für deine Marketing-Kennzahlen sind Kommentare ein guter Indikator, ob sich Menschen mit dir und deinen Inhalten verbinden und für den Aufbau einer treuen Community.
Profilaufrufe: wenn Neugier auf dich entsteht
Menschen haben deine Inhalte gesehen und sind neugierig auf die Person dahinter. Sie klicken auf dein Profil, um mehr über dich zu erfahren. Wie viele Profilaufrufe erreichst du mit deinen Beiträgen? Und klicken sich die Menschen von da aus weiter, z.B. auf deine Website?
Und vor allem: Ist dein Profil aktuell und macht direkt klar, wofür du stehst und für wen du da bist?
Call-to-Action: der eigentliche Erfolgsindikator
Der wohl eindeutigste Indikator dafür, dass deine Social Media Strategie funktioniert: Die Menschen folgen deiner Call-to-Action (CTA). Jeder, wirklich jeder Beitrag von dir sollte eine CTA haben. Damit legst du gleich auch das Ziel deines Beitrags fest.
Und wenn Menschen deiner CTA Folge leisten, hast du eine direkte Rückmeldung dazu, ob der Inhalt wie gewünscht funktioniert.
Eine CTA kann der Aufruf zu einer Interaktion sein, also Teilen, Liken, Kommentieren, Abonnieren. Oder ein Link, der zum nächsten Schritt führt: z.B. zu einer Landingpage, einem Quiz, einem Freebie/Leadmagneten, der Anmeldung zum Newsletter. Oder auch die Einladung in eine halböffentliche Community, z.B. in einem Messenger oder einem Instagram Channel.
Automatisierungen können helfen, bestimmte CTAs bequem umzusetzen. Und mit UTM-Parametern und entsprechenden Analyse-Tools lassen sich Wege, z.B. auf deine Landingpage, nachhalten und auswerten.
Warum Social Media Marketing Zeit benötigt und was das bedeutet
Nicht jeder Content muss immer mit den besten Zahlen glänzen. Er muss vor allem ein weiterer Berührungspunkt zu dir sein.
Social Media Marketing funktioniert nicht von heute auf morgen, sondern schafft viele, viele kleine Mikrobegegnungen mit dir. Und wegen der Schnelllebigkeit von Social Media und den, im Vergleich zu anderen Medien, kurzen Verweildauer auf dem Content, braucht es immer wieder und über einen längeren Zeitraum Kontakt mit deinen Inhalten. Vertrauen wächst auf Social Media in der Regel langsamer.
Die Zahlen auf Social Media zu kennen, sie bewerten zu können und trotzdem den Dingen Zeit zur Entfaltung zu geben, kann ans gewünschte Ziel führen.
Welches das für dich sein soll, lass uns gerne gemeinsam in einem Sichtbarkeits-Check-up klären:

Sichtbarkeits-Check-up
Mach den Check-up für mehr Sichtbarkeit sowie ein Marketing, das sich nach dir anfühlt und zeitlich machbar ist.
Dieser Artikel ist Teil einer Serie über Marketing-Kennzahlen. Hier ist Teil 1 der Serie zu finden.
Über die Autorin
Dorothee Dickmann, Online-Redakteurin B.A. seit 2009, war freiberuflich für Online-Medien und eine Internetagentur tätig sowie viele Jahre angestellt in der Online-Unternehmenskommunikation im Mittelstand. Heute unterstützt sie als Mentorin für Sichtbarkeit und Content Marketing Selbständige und Freiberufler dabei, Klarheit über ihre Kanäle, Inhalte und Positionierung zu gewinnen und Content Marketing strukturiert umzusetzen.

